Arrières und Retours auf dem Munot
Im dritten Anlauf konnte am Samstag die Munotball-Saison mit der Nostalgie Swingers Big Band eröffnet werden.
War der erste der dritte oder der dritte der erste Munotball der Saison? Egal: Nach zwei witterungsbedingten Absagen fand am Samstag erstmals in diesem Sommer der als dritte von acht programmierte traditionelle Grossanlass auf der Munotzinne statt. Der Nachholbedarf war eklatant: Ueber achthundert erwartungsvolle Gäste fanden den Weg über die Reitschnecke auf die grosse Plattform, um in den Sommer hineinzutanzen (oder den anderen dabei zuzusehen). Ein gewisses meteorologisches Misstrauen war vorhanden, da und dort in Form eines mitgebrachten Rechenschirms und fast bei allen mit gelegentlichem Blick zum Himmel, an dem sich anfänglich der Sonnenstrahlen ungehindert durchsetzten, sich später aber immer wieder bedrohliche Wolken türmten. Manchmal fuhr dein kräftiger Wind durch das Rund und liess die rot-weisse Munotflagge flattern, deren Hissen die Durchführung der Veranstaltung angekündigt hat. "Wir haben heute morgen viel Mut gebraucht, um uns zu entscheiden", meinte den auch bei Balleröffnung Peter Uehlinger, Vizepräsident des Munotvereins. Der Mut wurde belohnt: Es blieb trock und weigehend mild, und später äugten sogar der Mond und zwei, drei Sterne durch die Wolkenfetzen.Die Ballgäste hatten sich (Ausnahmen waren selten) wie vorgeschrieben "munotgemäss" festlich gekleidet - um nicht das Schaffhauser Mundartwörterbuch konsultieren zu müssen: "Smart und Business Casual" - oder waren, vor allem die Damen, in eleganter Abendrobe erschienen. Zahlreiche Paare zogen aber ebenso mit ihrem gekonnten Tanzen die Blicke auf sich. Sogar die zweimal angesetzte Munot-Francaise klappte mit allen "Visites" und "Arrières et retours" vorzüglich. Am Vergnügen hatte die aufspielende 17-köpfige Big Band "Nostalgie Swingers" grossen Anteil: Die Amateurformation mit Mitgliedern aus der ganzen Ostschweiz und Zürich beherrscht ein weitgespanntes Standard-Big-Band-Repertoire, mischt in die klassischen und modernen Tänze Evergreens und musiziert mit viel Sinn für Stimmung von jung und alt. "Wir lassen keine Gelegenheit aus, wenn diese Band auftritt", meinte ein Pärchen, das kurz vor Mitternacht die Munotzinne verlassen wollte, dann aber, als die Nostalgie-Swingers zu einem Charleston ansetzen, auf die Tanzfläche zurückkehrt.
(von Martin Edlin)
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